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Klimaanlagen – Some Like it Cool

Welche grundlegenden Optionen gibt es?

Klimaanlagen waren vor 20 Jahren kaum ein Thema in Deutschland. Hier konzentrierte man sich doch eher auf die Wärme im Winter. Der Bedarf an Kühlung könnte aber aufgrund der Klimaveränderung zunehmen. Welche technischen Optionen gibt es, und welche Vor- und Nachteile haben diese? Die Bausachverständigen vom VQC haben im Folgenden einen kurzen Überblick für Sie erstellt.

 

Klimaanlage früher kein Thema

Als ich in den 1990er Jahren das erste mal New-York-City besuchte, war ich beeindruckt von den Fassaden der Wohnblocks. Dort waren unzählige Klimaanlagen angebracht. Gefühlt vor fast jedem Fenster, hing ein dicker fast würfelförmiger Kasten mit Ventilator. Zugegebenermaßen empfand ich das als ziemlich hässlich. In dieser Zeit waren diese Geräte in Deutschland eigentlich kaum zu finden.

Es gibt Regionen, in denen es eben schon immer wärmer war (und ist) als in Deutschland, und für die Bewohner dieser Länder gehört die Klimaanlage eher zum Alltag als – wie bei uns – die Heizung. In Deutschland ist es inzwischen wärmer geworden. Vielleicht nicht so sehr wenn man auf die Jahresdurchschnittstemperaturen schaut aber doch in den Extremen. Im Sommer lässt sich das gut an den zahlreichen Cabrios erkennen, die inzwischen unsere Straßen befahren.

Die Temperaturen ändern sich

Insbesondere der letzte Sommer im Jahr 2018 war schon etwas Besonderes im Hinblick auf Hitze und Trockenheit. Was wird das Jahr 2019 bringen und was die Folgejahre? Ganz sicher rückt – auch in Deutschland – das Thema Klimaanlage immer mehr in den Fokus. Vielleicht haben Sie auch schon mit dem Gedanken gespielt, sich einmal mit den gegebenen Optionen zu beschäftigen. In diesem Sinne wollen wir Ihnen heute einige Basisinformationen dazu geben.

Natürlich kommt es beim Thema Klimaanlage darauf an, ob sie Eigentümer der Immobilie sind oder nicht, ob es sich um eine Wohnung oder ein Haus handelt, ob die Immobilie bereits gebaut wurde oder erst in Planung ist. Ganz generell kann man sagen: als Mieter dürfen Sie keine baulichen Veränderungen vornehmen, ohne die Einwilligung des Vermieters. Aber das ist eigentlich selbstredend. Doch selbst hier gibt es Optionen, um einen kühlen Kopf zu bewahren.

Vier Optionen für Klimaregelung

Grundsätzlich gibt es vier Stufen, wenn es um Klimaanlagen geht. Darauf werden wir gleich im Detail eingehen.

Stufe 1 – portables Monoblock-Klimagerät
Stufe 2 – Split-Klimaanlage
Stufe 3 – Wärmepumpe als Klimaanlage
Stufe 4 – RLT Vollklimaanlage / Zentrale Klimaanlage

1 – Portables Monoblock-Klimagerät

Was der Heizlüfter beim Heizen ist, sind portable Klimageräte beim Kühlen. Mit ähnlichen Nachteilen im Energieverbrauch. Also günstig in der Anschaffung und teuer im Gebrauch. Bei einem Verbrauch von zwei bis drei kw/h kommt man schnell auf 60 bis 90 Cent pro Betriebsstunde. Die Preisspanne bei der Anschaffung der Geräte liegt zwischen 100 und 1.000 Euro.

Vorteil: Kann überall sofort ohne Einbau eingesetzt werden. Man kann es von einem Raum in den anderen mitnehmen. Nachteil: Relativ laut. Es gibt einen Schlauch, der die warme Luft ins Freie bringt. Dazu muss man i.d.R. ein Fenster kippen. Dort strömt dann wieder warme Luft ein, die dann gekühlt werden muss. Daher ist das nicht wirklich effizient.

Mögliche Abhilfe dafür sind Produkte verschiedener Hersteller namens „Hot Air Stop Fensterabdichtung“ o.ä.. Sie dichten den offenen Fensterspalt mit einem Tuch ab und lassen nur eine Öffnung für den Schlauch. Funktioniert, ist aber nicht wirklich praktikabel. Das sind alles nur Notlösungen. Im Härtefall – insbesondere wenn dieser nur sporadisch eintritt – ist das aber besser als gar nichts.

 

2 – Split-Klimaanlage

Wie der Name bereits vermuten lässt, bestehen Monoblock-Anlagen aus einer einzigen Einheit. Bei Split-Anlagen sind der zur Kühlung notwendige Kompressor samt Kondensator und die Steuerungseinheit mit Gebläse für die gekühlte Luft von einander getrennt. Beide Teile sind mit einer dünnen Leitung für Strom und Luft (ca. 6 cm Durchmesser) verbunden.

Jetzt sind wir also bei den von mir erwähnten New-York-City-Geräten angekommen. Das sind alles nachgerüstete Klimaanlagen. Denn zur Nachrüstung einer bestehenden Immobilie ist diese Version die am wenigsten aufwändige. Dabei gibt es auch hier Unterschiede, was die Mobilität solcher Anlagen angeht.

 

Portables Splitgerät von Remko  www.remko.de

Eine mobile Anlage – vergleichbar den Monoblockgeräten – mit getrennt angeschlossenem Kompressor gibt es bereits für rund 1.500 Euro. Hier wird das Außenteil z.B. mit Klettverschlüssen provisorisch an der Fensterbank angebracht. Der Fensterspalt für die Durchführung der Leitung muss „nur“ rund 6 cm breit sein. Das Innengerät kann dann irgendwo im Raum platziert werden. Die Anlage lässt sich so relativ leicht abbauen und in einem anderen Raum nutzen.

Natürlich kann man diese Anlage auch fest installieren und muss dazu einen Durchlass im Mauerwerk oder Fensterrahmen schaffen. Bei größeren Mulit-Split-Anlagen reicht ein leistungsfähiger Kompressor an der Hauswand aus, um durch mehrere Leitungen gleich mehrere Räume zu kühlen. Hier ist dann in jedem zu kühlenden Raum ein eigenes Endgerät fest installiert, das vom Kompressor versorgt wird.

Der Vorteil der Split-Anlagen liegt in der höheren Effizienz und damit im geringeren Stromverbrauch. Gleichzeitig entstehen die Geräusche des Kompressors nicht in, sondern außerhalb der Immobilie. Das könnte je nach Situation jedoch problematisch für die Nachbarn werden, die vielleicht bei offenem Fenster schlafen. Der Nachteil liegt im höheren Anschaffungspreis und der aufwändigeren Installation durch einen Fachmann.

 

3 – Wärmepumpe als Klimaanlage

Heizen und Kühlen mit ROTEX Wärmepumpe  www.rotex.de

Eine weitere Option zur Kühlung der Raumtemperatur, die insbesondere bei einer energetischen Grundsanierung oder einem Neubau bedacht werden sollte, bietet die Wärmepumpe. Geräte mit entsprechender Ausstattung können eben nicht nur zum Heizen, sondern im Sommer auch zum Kühlen der Raumtemperatur eingesetzt werden. Eine solche Wärmepumpe-Klimaanlage zieht die Wärme aus der Raumluft und kühlt das ganze Haus.

Dabei unterscheidet man zwischen aktiver und passiver Kühlung. Die passive Kühlung ist die sanftere Variation und erfolgt über die Fußbodenheizung oder über Gebläsekonvektoren. Dabei handelt es sich um Heizkörper die sowohl heizen wie auch kühlen können. Dieser passive Betrieb kann die Raumtemperatur um bis zu 3 Grad senken und verbraucht kaum Strom.

Aber auch für die aktive Kühlung gibt es geeignete Wärmepumpen. Diese sog. reversiblen Wärmepumpen erzeugen – ähnlich einem Kühlschrank – aktiv Kälte. Dies verursacht aber auch höhere Energiekosten.

Natürlich ist die Kühlung durch eine Wärmepumpen-Klimaanlage die eleganteste Lösung. Lassen Sie sich hierzu unbedingt rechtzeitig beraten, da nicht jede Wärmepumpe über diese Funktionen verfügt.

 

4 – RLT Vollklimaanlage / Zentrale Klimaanlage

In Ländern, in denen es durchgehend heiß ist, kommt meist eine zentrale Klimaanlage zum Einsatz. Wie man sie hier von Hotels oder Geschäftsgebäuden kennt. Dabei handelt es sich um eine raumlufttechnische (RLT) Anlage, die warme und kalte Luft über ein Luftkanalsystem in jedem angeschlossenen Raum zur Verfügung stellt.

Dabei steht ein zentrales Klimagerät z.B. im Keller oder auf dem Speicher. Dieses „managed“ die gesamte Luft des Gebäudes, erwärmt oder kühlt und filtert sie. Außerdem dient sie als Lüftungsanlage, die verbrauchte Raumluft ins Freie und frische Luft nach innen befördert. Solch eine Anlage verlangt naturgemäß umfangreiche bauliche Maßnahmen und empfiehlt sich insbesondere bei Neubauten.

 

Soweit der Überblick. Ganz sicher haben Sie beim Lesen schon einen Favoriten für Ihren spezifischen Bedarf ins Auge gefasst. Hierzu lassen sich jetzt weitere Recherchen anstellen.

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